Sozialpädagogische Lebensgemeinschaften

(Erziehungsstellen)

 

Unser Profil

Für unsere Erziehungsstellen sind im Allgemeinen Kinder, nur selten Jugendliche geeignet, die einen konstanten Bezugsrahmen familiärer Prägung ohne Diensteinteilung und Schichtdienst benötigen und die aufgrund ihrer Problembelasteten Biographie nicht in herkömmliche Pflegefamilien untergebracht werden können.

 

Kurzvorstellung

Erziehungsstellen sind Sozialpädagogische Lebensgemeinschaften. Sie öffnen ihre Kernfamilie und nehmen bis zu zwei (weitere) Kinder auf, so dass eine besondere Beziehungsgestaltung durch das gemeinsame Leben miteinander erfolgt.

 

Der für die Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft verantwortliche MitarbeiterIn muss eine Ausbildung im pädagogischen Bereich, mindestens ErzieherIn, nachweisen können. Zur Unterstützung der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften gehören Beratung, Entlastung, Erholungs- und Regenerationsmöglichkeiten. Eine besondere Aufgabe kommt hierbei der Bereichsleitung zu, die folgend näher erörtert wird (siehe hierzu Sozialpädagogische Inhalte).

 

Die Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften des Heinrich-Schacht-Haus e. V. befinden sich in einem Angestelltenverhältnis und werden in Anlehnung an den TVöD bezahlt.

 

Die Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften sind als ausgelagerte „Heimgruppen“ definiert, es handelt sich dabei also um eine Hilfe zur Erziehung im Sinne der §§ 27/34 SGB VIII.

 

Jede der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften, die sich über das gesamte Kreisgebiet ausgedehnt haben, hat auch ihr eigenes, individuelles Profil. 

 

Räumlichkeiten

Jede Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft hat – auch räumlich betrachtet – ihren eigenen Charakter. Beispielsweise wohnt eine Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft in einem alten Bauernhof auf dem Land, eine andere lebt in der Stadt.

 

Innerhalb der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften hat jedes Kind ein altersgerecht eingerichtetes, individuell gestaltetes Zimmer. Je nach Alter des Kindes soll dieser Bereich gemeinsam eingerichtet und von Zeit zu Zeit verändert werden.

 

In den Räumlichkeiten des Heinrich-Schacht-Haus e. V. im Kalletal und Veldrom sowie in den Außenbüros in Horn und Heiligenkirchen besteht die Möglichkeiten für Treffen und Besprechungen der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften.

 

Hauswirtschaftlicher Bereich

Die Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften versorgen sich selbst. Die Kinder werden im familiären Alltag in Aufgaben eingebunden, die ihnen das Lernen und Üben einer selbstverantwortlichen Lebensführung ermöglichen.


Sozialpädagogische Inhalte

Die Unterbringungsperspektive der Kinder/Jugendlichen ist grundsätzlich mittel- bis langfristig angelegt. Eine Rückkehr in die Herkunftsfamilie ist oft nicht wahrscheinlich, aber auch grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

 

Wichtig ist, dass sich die aufgenommenen Kinder und Jugendlichen in ihrem neuen Zuhause wohlfühlen. Dazu braucht es neben dem Gefühl des Angenommen- und Verstandenwerdens auch Normalität. Gerade verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche müssen ihre Fähigkeiten entwickeln können und sich dabei im Besonderen auch als Träger von Rechten und Pflichten erleben. Nur so kann Verantwortung für die eigene Person (und Andere) sowie der Lebensraum wahr- und angenommen werden.

Ein strukturiertes Alltagsleben wird zum Übungs- und Lernfeld für die Gestaltung der eigenen Zukunft und selbstverantwortlichen Lebensführung.

 

Die sozialen Ressourcen des Umfeldes der Kinder und Jugendlichen werden nach Möglichkeit einbezogen und gefördert. Eine Integration in das Gemeinwesen wird angestrebt.

Die individuelle Förderung der Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen ist vorrangiges Ziel der alltäglichen Arbeit. Dies geschieht durch eine intensive Begleitung und Auseinandersetzung mit den jungen Menschen, der Förderung ihrer individuellen Stärken und Interessen sowie der Förderung von Fähigkeiten und Fertigkeiten im lebenspraktischen, hauswirtschaftlichen, handwerklichen, kreativen, musischen und/oder sportlichen Bereich.

 

Im Einzelfall werden notwendige Therapien von externenFachkräften durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt dann ggf. als Sonderleistung nach Absprache mit den Kostenträgern.

 

Im Rahmen der schulischen und beruflichen Förderung erhalten die Kinder und Jugendlichen regelmäßige Unterstützung und Begleitung bei der Erledigung der Hausaufgaben sowie außerschulische Hilfe; im Ausnahmefall wird auch eine schulische Nachhilfe individuell gestellt.

 

Es wird sich um einen engen Kontakt und um eine zuverlässige Zusammenarbeit zu den diversen Schulformen bemüht; dies geschieht zunächst aus den Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften heraus.

Mit den Lehrerinnen und Lehrern der beteiligten Schulen erfolgt neben der regelmäßigen Teilnahme an Elternsprechtagen ein angemessener Austausch.

Ältere Jugendliche und Heranwachsende werden bei der Berufsfindung und der Suche nach einem Ausbildungsplatz unterstützt und begleitet, sofern sie noch in der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft leben.

Im Alltag werden die Kinder und Jugendlichen dazu angehalten, an freizeitpädagogischen Angeboten von Vereinen und Verbänden teilzunehmen, da sie sich so in das örtliche Umfeld integrieren und Sozialkontakte außerhalb der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften bilden können. 


Familien- bzw. Elternarbeit

Die konstruktive Zusammenarbeit mit der Herkunftsfamilie sind ein besonderes Anliegen und eine Stärke des Heinrich-Schacht-Haus e.V.

 

Es wird sich an den Wünschen des Auftraggebers, das sind in der Regel die jeweils örtlich zuständigen Jugendämter, und des Hilfeempfängers, das sind in der Regel die sorgeberechtigten Eltern, orientiert.

 

Die Aufrechterhaltung des Kontaktes zur Herkunftsfamilie ist der Bereichsleitung zugeordnet. Diese begleitet die Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften bzw. die Kinder/Jugendlichen bei den Kontakten zu den Herkunftssystemen und bearbeitet mit allen Beteiligten eine eventuell entstehende Konkurrenzsituation zwischen „neuer“ und „alter“ Familie.

 

Der Kontakt zu den jeweiligen Herkunftsfamilien ist individuell zu vereinbaren und zu gestalten, grundsätzlich jedoch höchstens in vierwöchigen Abständen.

 

Herkunftseltern können vor der Aufnahme des Kindes in der beabsichtigten Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft das häusliche Umfeld besichtigen.Weiterführende Kontakte zum Kind finden danach in der Regel außerhalb der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft statt, entweder in den Räumlichkeiten des Heinrich-Schacht-Hauses e. V. oder im Rahmen anderweitiger Freizeitangebote außerhalb der Einrichtung.

 

Wenn nötig, werden die Kinder und Jugendlichen vor ihrer Herkunftsfamilie geschützt


Entlastung

Im vierwöchigen Rhythmus findet für alle Kinder und Jugendlichen ein Wochenende in einer Freizeitstätte statt, wo sie von pädagogischen Fachkräften, die im Heinrich-Schacht-Haus angestellt sind, betreut werden (= Wochenendentlastung der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften).Dabei geht es nicht nur um eine monatliche Entlastung des Familiensystems sondern auch um Kontakte der Erziehungsstellenkinder untereinander („Ich bin mit meiner Lebens- und Wohnsituation nicht alleine!“) sowie um die Beobachtung der Kinder/Jugendlichen außerhalb der Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft und in der Gruppe.

Zusätzlich besteht ein wiederkehrendes Ferienangebot in den Osterferien (eine Woche), ca. eine Woche im Herbst sowie in den Sommerferien (bis zu drei Wochen). Die Teilnahme wird vom Heinrich-Schacht-Haus e.V. organisiert und durchgeführt. Im Bedarfsfall können aber auch individuelle Maßnahmen durchgeführt werden. Darüber hinaus steht es den Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften natürlich frei, mit den Kindern und Jugendlichen privat in den Urlaub zu fahren.

 

In Krisensituationen, z. B. schwere Krankheit(en) der Erziehungsstelle,ist es möglich, dass die Kinder vorübergehend in eine andere Sozialpädagogische Lebensgemeinschaften oder in die Wohneinheiten Veldrom oder Kalletal wechseln und dort betreut werden.


Zielgruppe und Aufnahme

Kinder bis zu einem Alter von ca. 10 – 12 Jahren bis zur Verselbstständigung, die aufgrund ihrer Auffälligkeiten einen strukturierten Tagesablauf in konstanten Bezugssystemen benötigen und ein Kontakt zum Herkunftssystem notwendig ist.

 

Kinder (und im Ausnahmefall auch Jugendliche), die in den Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaften des Heinrich-Schacht-Haus e. V.untergebracht werden, sollten vorab grundsätzlich eine entsprechende Diagnose-bzw. Vorbereitungsgruppe durchlaufen haben.

Bevor ein Kind in eine Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft aufgenommen wird, wird von den beteiligten Institutionen eine umfassende Aufklärung, auch in Form von Berichten und Gutachten, hinsichtlich der familiären Grundproblematiken und der Verhaltensauffälligkeiten erwartet. Es folgen institutionelle Erstgespräche, möglicherweise auch unter Beteiligung interdisziplinärer Fachkräfte und ein kumulativer Beziehungsaufbau zum Kind, beginnend mit einem Erstkontakt auf neutralem Boden, gegenseitigen Besuchen zwischen Erziehungsstelle und Kind, verbunden mit Probewohnen (z. B. am Wochenende). Erst danach kann eine Aufnahme in die (vorgesehene) Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft erfolgen. 


Rechtsgrundlagen

§§ 27/34 SGB VIII


Aufnahmeanfragen

Über die Bereichsleitung (Adelheid Hüsing) oder die Einrichtungsleitung (Thorsten Leising).

 










 Wir suchen ErzieherInnen/ SozialpädagogInnen die eine Sozialpädagogische Lebensgemeinschaft gründen möchten!

Aufnahme von ein bis zwei Kindern!

Wochenend- und Ferienentlastung wird geboten!


Bitte rufen Sie uns an!


Einrichtungsleitung: 

Hr. Leising 0151-10015806